Ferienhausversicherung: meist eine Kombination aus mehreren Bausteinen
Eine Ferienhausversicherung ist in der Regel kein einheitlich standardisiertes Produkt. Je nach Tarif werden Gebäude, Hausrat und Haftpflicht über unterschiedliche Bausteine oder Verträge abgesichert: die Wohngebäudeversicherung für das Haus selbst, die Hausratversicherung für den Inhalt und eine Haftpflichtversicherung für Schäden, die Dritten entstehen. Eine reine Wohngebäudeversicherung umfasst den Hausrat in der Regel nicht. Ob die Privathaftpflicht für die Vermietung ausreicht, hängt vom konkreten Vertrag ab. Bei regelmäßig oder gewerblich vermieteten Ferienimmobilien kann zusätzlicher Vermieterhaftpflichtschutz erforderlich sein.
Ob dein Ferienhaus in Prien, Übersee oder einer anderen Gemeinde im Chiemgau steht: Entscheidend ist nicht allein der Ort, sondern die konkrete Lage des Grundstücks, die Bauweise, die Nutzung und die konkreten Versicherungsbedingungen. Ein Haus am Hang hat andere Risiken als eines direkt am Chiemsee. Ein Fachwerkhaus braucht andere Klauseln als ein Neubau in Massivbauweise. Und ein Haus, das ganzjährig vermietet wird, ist anders zu beurteilen als eines, das nur im Sommer genutzt wird.
Was eine Ferienhausversicherung abdecken kann – mit Vorbehalt
Je nach Tarif können beispielsweise folgende Leistungen versichert sein:
- Schäden am Gebäude durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel
- Elementarschäden durch Überschwemmung, Starkregen, Erdrutsch oder Schneedruck
- Schäden am Hausrat wie Möbel, Elektrogeräte und Wäsche
- Diebstahl und Einbruchdiebstahl, auch bei zeitweiliger Abwesenheit
- Haftpflichtschutz für den Eigentümer als Vermieter, etwa wenn ein Gast stürzt
- Schutz bei Vandalismus durch Mieter oder Gäste
Entscheidend sind die konkreten Versicherungsbedingungen. Manche Tarife bündeln mehrere Bausteine zu einem Paket, andere verlangen separate Verträge. Es lohnt sich, die Bedingungen genau zu lesen, bevor du unterschreibst.
Wohngebäude und Hausrat sind getrennte Bausteine
Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, die Wohngebäudeversicherung decke auch den Inhalt des Ferienhauses. Das ist in der Regel nicht der Fall. Die Wohngebäudeversicherung versichert das Gebäude selbst – also Wände, Dach, Fenster, fest eingebaute Küche und Sanitärinstallationen. Die Hausratversicherung deckt dagegen den beweglichen Hausrat, also Möbel, Geschirr, Elektrogeräte, Kleidung und ähnliches. Beide Bausteine sind getrennt zu betrachten, auch wenn sie im selben Paket angeboten werden. Wenn du nur das Gebäude versicherst und ein Rohrbruch den Inhalt zerstört, trägst du den Schaden am Hausrat in der Regel selbst.
Vermieterhaftpflicht: Prüfe, was deine Privathaftpflicht abdeckt
Wer sein Ferienhaus vermietet, sollte klären, ob die eigene Haftpflicht die Vermietung einschließt. Manche Privathaftpflicht-Tarife umfassen bestimmte vermietete Objekte oder die Vermieterhaftung, andere nicht oder nur in engen Grenzen. Stürzt ein Gast auf der Treppe und verletzt sich, kann er dich haftbar machen. Ob dein Vertrag dafür aufkommt, steht in den Bedingungen. Fehlt der Schutz, gibt es eine Vermieter- oder Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht als eigenen Baustein, als Zusatz oder als separaten Vertrag. Ohne passenden Schutz kann ein einziger Unfall teuer werden.
Leerstand und Vermietung: Diese Fallstricke solltest du kennen
Bei einem Ferienhaus, das zeitweise leer steht, können besondere Bedingungen gelten. Je nach Vertrag können beispielsweise regelmäßige Kontrollen oder besondere Sicherungsmaßnahmen vorgeschrieben sein. Auch eine länger andauernde Nichtnutzung kann dem Versicherer gemeldet werden müssen. Maßgeblich sind die Bedingungen des jeweiligen Vertrags. Gib die Nutzung als Ferienwohnung beim Abschluss vollständig an und melde spätere Änderungen, denn unvollständige Angaben können den Versicherungsschutz gefährden. Sind im Vertrag Sicherungsmaßnahmen vereinbart, etwa Schlösser oder eine Alarmanlage, sollten sie vorhanden und funktionsfähig sein.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Die richtige Ferienhausversicherung hängt von deiner individuellen Situation ab. Diese Kriterien sind aus meiner Sicht zentral:
- Selbstbeteiligung: Eine höhere Selbstbeteiligung senkt den Beitrag, kostet dich aber im Schadenfall bares Geld. Überlege, welche Summe du im Ernstfall selbst tragen kannst.
- Versicherungssumme: Bei der Wohngebäudeversicherung muss die Summe den tatsächlichen Wiederaufbauwert abdecken. Bei der Hausratversicherung ist die Summe an den Wert deines Inventars anzupassen. Eine zu niedrig angesetzte Versicherungssumme kann zu einer Unterversicherung und damit zu einer Leistungskürzung führen, sofern kein Unterversicherungsverzicht vereinbart ist.
- Ausschlüsse: Prüfe, welche Risiken ausgeschlossen sind. Elementarschäden sind oft nicht automatisch enthalten. Auch Schäden durch grobe Fahrlässigkeit können ausgeschlossen sein.
- Wartezeiten: Prüfe, ob für bestimmte Leistungen eine Wartezeit vereinbart ist. Das ist besonders wichtig, wenn du ein Haus neu kaufst und sofort absichern willst.
Für die Risikoeinschätzung zählt der konkrete Einzelfall – das Grundstück, das Gebäude, die Nutzung. Nicht die Gemeinde und nicht die Pauschale. Ein Haus in Ufernähe hat ein anderes Hochwasserrisiko als eines auf einer Anhöhe. Ein Altbau mit Elektroleitungen aus den 1970ern hat andere Brandrisiken als ein Neubau. Diese Unterschiede muss ein Versicherer kennen, um passenden Schutz anzubieten.
Was du selbst tun kannst
- Erstelle ein Inventar deines Ferienhauses mit Fotos und Kaufbelegen. Das hilft dir, den richtigen Versicherungswert festzulegen und im Schadenfall den Nachweis zu führen.
- Prüfe deine bestehenden Verträge: Ist die Wohngebäudeversicherung auf dem aktuellen Stand? Ist eine Hausratversicherung vorhanden? Gibt es eine Vermieterhaftpflicht?
- Melde dem Versicherer die Vermietung ausdrücklich. Frage schriftlich nach, ob deine Nutzung als Ferienwohnung gedeckt ist.
- Kontrolliere Sicherheitsvorkehrungen: Sind Fenster und Türen einbruchhemmend? Gibt es Rauchmelder? Funktionieren sie? Notiere die Prüfungen.
- Dokumentiere Leerstandszeiten und prüfe in deinem Vertrag, ob und wann eine längere Nichtnutzung gemeldet werden muss.
Wie ich dabei helfen kann
Du bist dir nicht sicher, ob dein Ferienhaus im Chiemgau ausreichend versichert ist? Ich prüfe deinen bestehenden Schutz, die Risikosituation deiner Immobilie und mögliche Alternativen verschiedener Versicherer. Als Makler vergleiche ich die Angebote verschiedener Versicherer. Wenn du möchtest, schauen wir uns deine Situation gemeinsam an – auf Wunsch auch bei dir vor Ort.
Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Die Leistungen der Versicherer können je nach Tarif und Bedingungen unterschiedlich sein. Maßgeblich sind die konkreten Vertragsbedingungen deines Versicherers.

